Klaviertrio

für Violine, Cello & Klavier [2018/2019] | Dauer: 17’00”

Heute, da der Begriff des Fortschritts sich zu überschlagen und selber in Regression überzugehen beginnt …
Theodor W. Adorno, Kritik des Musikanten (1956)

Wie kaum eine andere Gattung wurzelt jene des Klaviertrios in der bürgerlichen Musiktradition des 18. und 19. Jahrhunderts, ohne – wie etwa die Gattung des Streichquartetts – im 20./21. Jahrhundert durch „Meilensteine“ des Repertoires radikale Neudeutungen erfahren zu haben. Eine solche strebt auch das vorliegende Trio nicht an. Vielmehr war beabsichtigt, die durch Komponisten wie Schubert, Dvořak und Brahms begründete Kammermusiktradition aus der Perspektive der Gegenwart fortzuschreiben, konkret: identitätsstiftende Gestaltungsmittel des klassisch-romantischen Musikrepertoires wie pulsierende Rhythmik, melodische Phrasenbildung und durchaus auch tonale Verläufe zu rehabilitieren (wer, wie Adorno, will, mag dies gerne als „Regression“ betrachten!), gleichzeitig aber die Errungenschaften zeitgenössischer Tonsprachen aufzugreifen und damit (in dialektischem Sinn) die oft als widersprüchlich empfundene Gegensätze von „traditioneller“ und „progressiver“ Tonsprache miteinander zu versöhnen. In diesem Zusammenhang ist besonders die Verschränkung von rhythmisch synchronisierten Teilen mit quasi-aleatorischen Abschnitten eines „freien“ Zusammenspiels von Bedeutung. Das Werk besteht aus drei nahtlos ineinander gehenden Sätzen: Ein pulsierender Zentralteil wird von zwei langsamen Abschnitten flankiert, deren lyrische Grundstimmung manchmal durch energische Eruptionen aufgebrochen wird.

Martin Yavryan – Violine; Nikolaus Messner – Violoncello; Isabel Gabbe – Klavier

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