Kunst ist ein lebendiges Feld von Möglichkeiten

Die Beurteilung von Kunst erfolgt letztlich beim Einzelnen, also im Bereich der Subjektivität. Das zu akzeptieren fällt manchmal schwer, darin ist aber die Sinngebung der Kunst schlechthin zu suchen: als lebendiges Feld von Möglichkeiten, in welchem Wertigkeiten grundsätzlich anerkannt werden müssen, aber nicht verabsolutiert werden können.

Als Komponist fühle ich mich von zahlreichen Tendenzen und Klangwelten angezogen und bin immer wieder bestrebt, verschiedenste Einflüsse auf eine persönliche Weise miteinander zu verbinden.

In allen meinen Stücken bemühe ich mich um ein möglichst breites Spektrum klanglicher Möglichkeiten, vom einfachen Dreiklang bis zu scharfen Dissonanzen oder Clustern, von komplexer Polyrhythmik bis zu einstimmiger Melodik, von traditionellen Spielweisen bekannter Instrumente bis zum Einsatz elektronischer Klänge.

Oft versuche ich in meinen Kompositionen, widerstrebende Kräfte der Neuen Musik zu einer persönlichen Tonsprache zu verbinden. Sie ist häufig von pulsierender Rhythmik erfüllt und dann doch immer wieder von ametrische Klangflächen durchzogen; die Harmonik ist meist freitonal, kippt aber immer wieder ins Atonale; und wenn in meinen Orchesterstücken immer wieder kammermusikalische Passagen erklingen, ist die Kammermusik oft von symphonischem Duktus erfüllt.


Martin Lichtfuss

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