Adieu

für kleines Orchester [2004] | Dauer: 15’00”

Die beiden Sätze dieser Komposition sind Reaktionen auf meine Konfrontation mit dem Tod und Versuche, mich abzureagieren bzw. freizuschreiben.

Vor einigen Jahren war es der endgültige Abschied meines Freundes und Komponistenkollegen Haimo Wisser, der mich sehr aufgerüttelt hat; ihm ist der 2. langsame Satz gewidmet. Das einleitende Stück spiegelt meine Gefühlslage während der letzten Lebensphase meines Vaters wider.

Ich habe diese Zeit als eine mit extremen Gegensätzen erlebt: hell—dunkel, schrill–leise, schmerzhaft–friedvoll, pulsierend–Zeitlupe. Diese Zustände und die damit verbundenen Gemütsschwankungen sind in Form von starken Kontrasten und Antithesen in die Musik eingeflossen.

Martin Lichtfuss

Presse

Martin Lichtfuss wollte sein 15-minütiges »Adieu für kleines Orchester« als Versuch verstanden wissen, sich von seelisch belastenden Erfahrungen freizuschreiben. Dieser Versuch des introvertierten Lichtfuss hätte nachhaltiger nicht ausfallen können.

Das Freischreiben gelang mit aller massiven Klanglichkeit und intimen Zärtlichkeit ebenso wie mit sinnlicher Leidenschaft und impulsivem Gestus. Lavierend zwischen tonal und atonal, im Wechsel von Klangentladungen und kleinen Inseln der Entspannung, lässt er, wie im wirklichen Leben, Stimmungen unvorhersehbar kippen und deutet luzid seelische Lichtblicke an, die zu erreichen man nie sicher sein kann.

Markus Hauser, Tiroler Tageszeitung   22-11-2004

Kammerorchester InnStrumenti
Dirigent: Gerhard Sammer

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.